30 Prozent weniger Notarztstützpunkte in NÖ?


Redaktion

Viele Bewohner:innen in Niederösterreich zittern um ihr Spital – wie etwa das Klinikum in Hollabrunn.LKNOE Hollabrunn

Der Gesundheitspakt für Niederösterreich dürfte eine Spezialisierung und weniger Notarztstandorte bringen. Die Spitäler in Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau (Bezirk Korneuburg) sollen zum Klinikum Weinviertel Süd-West zusammengefasst werden, berichtete die “Krone” am Freitag online. Weiters sollen Melk, Klosterneuburg (Bezirk Tulln), Gmünd und Waidhofen a.d. Thaya Spitäler mit Sonderfunktion werden. Die Zahl der Notarztstandorte dürfte laut “NÖN” von 32 auf 21 sinken.

Die Gespräche zum “Gesundheitspakt 2040+” laufen seit mehreren Monaten. In einem Expertenpapier, das im Herbst medial bekannt geworden war, wurde das Aus für vier der 27 Landeskliniken vorgeschlagen, darunter die nun offenbar vorgesehene Zusammenfassung von Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau zu einem Standort binnen 15 Jahren. Auch der Umbau des Krankenhauses Gänserndorf zu einem Primärversorgungszentrum dürfte laut APA-Informationen umgesetzt werden. Notruf NÖ und die Büros der Landesräte Ludwig Schleritzko (ÖVP) und Sven Hergovich (SPÖ) verwiesen auf Anfrage auf noch laufende Verhandlungen. Die SPÖ hat sich gegen die Auflassung von Standorten ausgesprochen.

120 Mio. für Gesundheitsklinik Gmünd

In Gmünd soll eine neue Gesundheitsklinik mit Primärversorgungseinheit und Fachärztezentrum entstehen. Insgesamt sollen bis zu 120 Millionen Euro investiert werden, in einer ersten Phase bis 2027 sollen es 30 Millionen Euro sein. Für die Mitarbeiter soll eine Jobgarantie der Landesgesundheitsagentur (LGA) gelten. Die neue Gesundheitsklinik Gmünd soll in direkter Anbindung an das grenzüberschreitende Gesundheitszentrum Healthacross MED Gmünd entstehen.

Erhalten bleiben sollen insgesamt 86 RTW-C-Einsatzfahrzeuge – Rettungswagen, die mit einem Notfallsanitäter, aber nicht mit einem Notarzt besetzt sind, berichteten die “NÖN” unter Bezugnahme auf ein entsprechendes Papier. SPÖ-Nationalratsabgeordneter Alois Schroll aus Ybbs (Bezirk Melk) kritisierte dem Bericht zufolge die Pläne scharf. 2040 soll es laut “Krone” zu den bestehenden vier zwei weitere Helikopter-Landeplätze in Kliniken geben.

Ziel: Nulldefizit

Nach intensiven Beratungen der Experten gelte es, die Pläne “rasch zu prüfen und dann auch gleich zu beschließen”, sagte VPNÖ-Klubobmann Jochen Danninger am Freitag in einer Pressekonferenz anlässlich einer Klubklausur in Langenlois (Bezirk Krems). “Mit der Aufgabenkritik und dem Gesundheitspakt liegen zwei Großprojekte vor uns, die Niederösterreich in den nächsten Jahren maßgeblich prägen werden”, betonte er. Für eine erfolgreiche Zukunft seien sowohl der Gesundheitsbereich als auch “fitte Landesfinanzen” maßgeblich.

Im Zuge einer Aufgabenkritik werden die Abläufe des Landes überprüft. Bisher seien mehr als 1.500 Vorschläge eingegangen, sagte Danninger. Man müsse einen klugen Weg finden, um in Zukunftsthemen zu investieren und das Ziel eines Nulldefizits nicht aus den Augen zu verlieren, erklärte der Klubchef.

APA



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