Sozialministerin Schumann kündigt im ORF an, dass die Gürtelrose-Impfung zukünftig gratis sein soll. Generell appelliert die Politikerin für eine bessere Durchimpfung der Bevölkerung.
“Die Kosten für den Einzelnen, die einzelne müssen minimiert werden”, sagte Sozialministerin Korinna Schumann in der ZIB 2 am Dienstag Abend im Gespräch mit Armin Wolf auf dessen Hinweis, dass sich viele die teure Herpes Zoster Impfung nicht leisten können. “In Österreich herrscht leider eine Impfmüdigkeit und die müssen wir bekämpfen.” Konkrete Pläne konnte die Ministerin noch nicht vorlegen, aber sie wäre guter Hoffnung, dass die rund 500 Euro teure Impfung zukünftig als Kassenleistung angeboten wird.
Weiters sprach sich Schumann in dem Interview gegen eine Einführung von Ambulanzgebühren aus. Ein Punkt, den sie bald angehen wolle, wäre das Aufgreifen der langen Wartezeiten auf Arzt- und Operationstermine. “Das ist wirklich unerträglich und hier gilt es zu handeln”, so die Ministerin. Deshalb will sie die Schaffung von Primärversorgungszentren und Erstversorgungs-ambulanzen rasch vorantreiben. Auch die “Gesundheitsnummer” 1450 als Drehscheibe und Informationsstelle soll ausgebaut werden. Außerdem müsse man gemeinsam erarbeiten, wie man die Patientenströme besser lenken könne.
Priorität: Impfquote erhöhen
Zum Schluss des Gespräch setzte die Ministerin nochmals ein Plädoyer für das Impfen. Man müsse gegen die Impfmüdigkeit angehen und brauche eine gute Durchimpfungsrate. “Jeder, der geimpft ist, hat die Chance, sich selbst zu schützen und andere zu schützen. Bitte, lassen Sie sich impfen.”
„Teure Impfungen aus eigener Tasche zu zahlen ist für viele Bürgerinnen und Bürger nicht tragbar”, so die Reaktion von Johannes Steinhart, Präsident der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien und Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Deshalb sei die Bereitstellung der gratis Herpes Zoster Impfung längst überfällig – besonders für ältere Menschen, die häufig mit schwerwiegenden Folgen dieser Erkrankung zu kämpfen hätten, würde dies eine deutliche Erleichterung bedeuten. Gleichzeitig fordert er einen weiteren Ausbau des Gratis-Impfangebotes. „Unser Ziel muss es sein, dass alle vom Nationalen Impfgremium empfohlenen Impfungen den Patientinnen und Patienten kostenlos zur Verfügung stehen“, betont Steinhart.
ORF/APA