Apothekerkammer unterstützt NÖ-Gesundheitsplan


Redaktion

Neuer Gesundheitsplan in NÖ – Apothekerkammer drängt auf Ressourcennutzung.AdobeStock_439853310/lantapix

Die Gesundheitsreformen in NÖ sorgten in den letzten Wochen für viel Verunsicherung. Vertreter:innen von acht Institutionen trafen sich nun zur gemeinsamen Stellungnahme, darunter Landesapothekerkammer-Präsident Heinz Haberfeld.

Die niederösterreichischen Vertreter:innen von Ärztinnen- und Ärztekammer, Landeszahnärztekammer, Apothekerkammer, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer, Gemeindebund und Gemeindevertreter:innenverband, präsentierten am Montag, wie sich ihre Institutionen als Kooperationspartner in die Umsetzung des Gesundheitsplans NÖ einbringen können. Die Vertreter:innen der acht Institutionen stehen geschlossen hinter den Zielen des Gesundheitsplans und sind bereit, als Kooperationspartner aktiv an seiner Umsetzung mitzuwirken und ihre fachliche Expertise in Reformprozesse einzubringen.

Potential aller Institutionen nutzen

Mag. Heinz Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer Niederösterreich, hob hervor, dass sich die gesundheitspolitischen Herausforderungen nur im Sinne der Betroffenen bewältigen lassen, wenn die Ressourcen und Potenziale aller niederösterreichischen Gesundheitsinstitutionen besser genutzt würden. „Gleichzeitig müssen wir die digitalen Möglichkeiten – von e-Rezept bis Telemedizin – umfassender einsetzen. 260 öffentliche Apotheken und sechs Krankenhausapotheken stehen bereit, um gemeinsam die Gesundheitsversorgung zu verbessern“, bekräftigte Haberfeld. Die Expertise der Apotheker:innen könnte gleich mehrfach genutzt werden: „Als zentrale Anlaufstelle bei allen gesundheitlichen Fragen, bei der weiteren Steuerung von Patient:innen innerhalb des Systems sowie bei der Prävention.“

Auch eine moderne Krankenhausstruktur mit optimalen Versorgungswegen, die sich nahtlos in die regionale gesundheitliche Versorgung einfügt, ist essenziell, um den Herausforderungen des demografischen Wandels und Fachkräftemangels, aber auch den steigenden Anforderungen und Qualitätsansprüchen im Gesundheitswesen gerecht zu werden. Gleichzeitig geht es darum, die Ausbildung der Beschäftigten zu forcieren und die Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich zu sichern und auszubauen.

Krankenstände reduzieren, Mitarbeitende gesund halten

Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, betonte, dass ein gesunder Wirtschaftsstandort nicht nur wirtschaftlich gesunde Betriebe brauche, sondern auch gesunde Mitarbeiter:innen. Sie seien das Fundament erfolgreicher Unternehmen. „Die Ergebnisse einer aktuellen Studie des IFDD im Auftrag der Wirtschaftskammer NÖ zeigen deutlich, dass die Niederösterreicher:innen die Notwendigkeit von Weiterentwicklungen im Gesundheitssystem erkennen und bereit sind, Veränderungen mitzutragen“, erläuterte Ecker. Dabei spiele die betriebsärztliche Versorgung eine wichtige Rolle in der Gesundheitsvorsorge und trage dazu bei, Krankenstände zu reduzieren und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken. „Als Wirtschaftskammer ist es uns daher wichtig, den vorgestellten Gesundheitsplan zu unterstützen“, führte er aus.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, Johannes Schmuckenschlager, sah in der Sicherstellung einer hochwertigen, optimalen Gesundheitsversorgung eine zentrale Herausforderung, besonders in und für die ländlichen Regionen. Er führte weiter aus: „Der Gesundheitsplan NÖ ist ein zukunftsweisender Schritt, um diesen Herausforderungen mit einer langfristigen, strategischen Planung zu begegnen.“ Gerade in Niederösterreich, wo viele Menschen in kleineren Gemeinden und im ländlichen Raum leben, bräuchte es zukunftsfitte Modelle der Versorgung, moderne Infrastruktur und vor allem ausreichend medizinisches Personal. Für Schmuckenschlager setzt der Gesundheitsplan hier wichtige Schwerpunkte. „Von der Stärkung der Primärversorgung über neue Versorgungsformen bis hin zur Digitalisierung im Gesundheitsbereich.”

Flächendeckende medizinische Betreuung

Auch die Vizepräsidentin des Niederösterreichischen Gemeindebundes, Brigitte Ribisch, betonte die Bedeutung des Gesundheitsplans für die zukünftige medizinische Versorgung im Land: „Diese gemeinsame Initiative unterstreicht das Engagement aller beteiligten Institutionen für die Gesundheit der Bevölkerung in Niederösterreich. Der Gesundheitsplan NÖ stellt sicher, dass auch in Zukunft eine hochwertige und flächendeckende medizinische Betreuung gewährleistet ist. Als Gemeinden stehen wir bereit, aktiv an der Umsetzung mitzuwirken und gemeinsam mit unseren Partnern die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu stärken.”

Für Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich und Vorsitzender des ÖGB Niederösterreich, steht das Gesundheitswesen vor strukturellen Veränderungen und Herausforderungen, um eine bestmögliche Versorgung für die Bürger:innen zu gewährleisten. „Der Gesundheitsplan des Landes Niederösterreich muss darüber hinaus gewährleisten, dass die Qualität der Ausbildung weiter gestärkt und die Beschäftigung ausgebaut wird. Die Arbeitnehmer:innen im Gesundheitswesen sind der wichtigste Faktor und müssen in diesen Prozess entsprechend eingebunden sein, das gilt gleichermaßen für die Interessenvertretungen der Versichertengemeinschaft und der Gesundheitsberufe“, hob Wieser hervor.

EVA als Spitals-Gatekeeper

Dr. Harald Schlögel, Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für Niederösterreich, sah im sektorübergreifenden Konzept der vorgelagerten allgemeinmedizinischen Erstversorgung den Schlüssel für eine flächendeckende öffentliche Grundversorgung in Niederösterreich: „Im Gesundheitsplan NÖ ist ein bedarfsorientierter Ausbau der intra- und extramuralen ambulanten Strukturen vorgesehen. An den Spitalsstandorten sind die EVAs, die Erstversorgungsambulanzen, Teil dieses Konzepts.“ Diese EVAs sollten unmittelbar vorgelagert sein und gewissermaßen als eine Art Filter entscheiden, ob eine Aufnahme der Patient:innen ins Krankenhaus notwendig sei oder ob sie nach der Erstversorgung in die Niederlassung bzw. nach Hause entlassen werden könnten. „Sinnvoll wäre an dieser Stelle zudem, wenn wir Abteilungen für Allgemein- und Familienmedizin einrichten, und zwar mit Primariaten. Damit schaffen wir einen wichtigen Baustein für die Ausbildung unserer zukünftigen Fachärzt:innen für Allgemein- und Familienmedizin und können die EVAs auch mit dem notwendigen Personal bespielen. Es gilt jetzt diese einmalige Chance zu nutzen, unserem Ausbildungsauftrag nachzukommen und darüber hinaus eine Rundum-Grundversorgung für alle Niederösterreicher:innen zu gewährleisten“, forderte er.

APAMED



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