Impfen: Apotheken warten auf Freigabe


von

Nadine Tröbitscher

In ganz Österreich ist die Grippeimpfung gratis.AdobeStock_128625683/ghazii

Eine aktuelle Studie zeigt: Sich in der Apotheke impfen zu lassen, ist in Deutschland beliebt. Rund 94 Prozent der teilnehmenden Patient:innen gaben an, mit der Impfung in der Apotheke sehr zufrieden zu sein. Ohne das Impfangebot der Apotheken hätten sich 17 Prozent der Befragten nicht impfen lassen. Noch dürfen Apotheker:innen in Österreich nicht impfen – stehen aber bereit.

„Das Beispiel Deutschland zeigt, wie wichtig der niederschwellige Zugang der Apotheken vor Ort ist. Dadurch erreicht das apothekerliche Angebot Personen, die sich bisher nicht impfen ließen. Das ist sehr wichtig, denn je mehr Menschen gegen Infektionskrankheiten geimpft sind, desto besser – vor allem vor dem Hintergrund, dass die Durchimpfungsraten in Österreich teils extrem schlecht sind“, erklärt Gerhard Kobinger, Vizepräsident der Österreichischen Apothekerkammer. 

Gründe, sich in der Apotheke impfen zu lassen, gibt es verschiedene. Dazu gehören unter anderem die unkomplizierte Erreichbarkeit, das Vertrauen in die Apotheker:innen und die kundenfreundlichen Öffnungszeiten der Apotheken. Auch an Samstagen wird in Apotheken geimpft. Die Terminvergabe ist einfach und erfolgt online. Aber spontane Impfungen gegen Grippe und Corona sind möglich.

Österreichs Apotheker:innen stehen bereit

In Deutschland darf in Apotheken bislang nur gegen Influenza und Covid-19 impfen geimpft werden. Doch das Ausweiten der Impfungen auf alle Totimpfstoffe, wie es bereits beispielsweise in Frankreich möglich ist, wird seit Längerem diskutiert.

Österreichs Apothekerschaft wartet nach wie vor auf den Auftrag des Gesetzgebers, bestimmte Auffrischungsimpfungen bei Erwachsenen durchzuführen. „Mehr als 2.000 hochmotivierte Apothekerinnen und Apotheker in Österreich haben eine spezielle und nach internationalem Vorbild konzipierte Impf-Fortbildung absolviert“, gibt Susanne Ergott-Badawi, Mitglied des Apothekerkammer-Präsidiums, bekannt. Die Apothekerschaft verfüge über jahrzehntelange Erfahrung in der Impfberatung. Die Verabreichung von Impfungen sei daher der logische nächste Schritt. 

Dass noch mehr Apotheker:innen impfen wollen, zeigen auch die Anmeldungszahlen der angebotenen Impffortbildungen der Kammer. Die sind ausgebucht. Die Impffortbildung umfasst alle wesentlichen Aspekte, von der Beurteilung der Impfeignung über die Beratung und die Injektion bis hin zur Nachsorge. „Besonderes Augenmerk legen wir im Praxisteil auf die Injektionstechnik und Spezifische Erste Hilfe. Somit werden alle relevanten Bereiche rund um das Thema Impfen bestens abgedeckt“, so Ergott-Badawi.

Die Kammer spricht sich für Impfungen in den Apotheken für gängige Auffrischungs-Impfungen für Erwachsene wie Influenza, Pneumokokken, COVID-19 oder FSME aus. Ziel ist eine Steigerung der Impfraten.



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