OTC und Beratung spielen schon jetzt in den Apotheken eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Lage der Apotheken. In den kommenden Jahren wird der Bereich der Selbstmedikation an Bedeutung gewinnen und Selfcare zur Königsdisziplin. Apotheken und Unternehmen sind jetzt gefragt, die Weichen zu stellen, wie eine aktuelle aposcope-Befragung zeigt.
Die wirtschaftliche Lage in Österreichs Apotheken ist gut – 79 Prozent der befragten Apotheker:innen und PKA bewerten die wirtschaftliche Lage der eigenen Apotheke/der Apotheke, in der sie arbeiten, als gut oder eher gut. Kein Wunder, dass 80 Prozent der Apothekenmitarbeitenden zufrieden in ihrem Job sind. Knapp sieben von zehn Kolleg:innen würde dem jüngeren Ich empfehlen, den Beruf erneut zu erlernen. Doch wie sieht die Zukunft aus?
Keine Änderungen erwartet
Was ändert sich in den kommenden zwei Jahren? Nichts – sagen knapp vier von zehn Befragten. Rund 30 Prozent blicken positiv in die kommenden Jahre und gehen von einer Verbesserung aus und knapp 30 Prozent befürchten eine Verschlechterung.
Doch was sind die Gründe? Was sind die Gefahren? Knapp 67 Prozent der Apotheker:innen und PKA sehen die größte Gefahr für die wirtschaftliche Lage im Versandhandel. Teuerung, Inflation, Drogeriemärkte, geringe Margen und Personal spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Daraus ergeben sich die Top-Zukunftsthemen für die Apotheken. Beratung (71 Prozent), OTC (54 Prozent) und Eigenmarken (51,5 Prozent) sind die Top 3-Themen der Zukunft. Beratung und OTC werden zur Königsdisziplin. Aber auch Impfen in der Apotheke, Medikationsanalyse, Hauszustellung und eine eigener Online-Shop sind die Themen der kommenden zwei Jahre, um dem Versandhandel die Stirn zu bieten und sich klar mit der niedergelassenen Apotheke zu positionieren.
OTC bedeutendes Segment
Denn das OTC-Geschäft spielt schon heute eine entscheidende Rolle in den Apotheken. Sechs von zehn Kolleg:innen schätzen die Relevanz des OTC-Geschäfts als „sehr wichtig“ ein und 27 Prozent als „wichtig“. Das sah vor zwei Jahren noch anders aus – denn 66 Prozent sind der Meinung, dass das OTC-Geschäft in den vergangenen zwei Jahren an Relevanz gewonnen hat. Und auch in den kommenden zwei Jahren wird das OTC-Geschäft an Bedeutung gewinnen, sagen 62 Prozent.
Schon jetzt macht das OTC-Geschäft 45 Prozent des Gesamtumsatzes in Österreichs Apotheken aus und rund 48 Prozent denken, dass der Anteil in den kommenden zwei Jahren zunehmen wird. Außerdem sagen rund 44 Prozent der Befragten, dass das OTC-Geschäft das Überleben der Apotheke sichert.
Ein Zukunftsthema sind Großpackungen – aber nicht für die Apotheken. Denn die spielen derzeit zwar noch eine Rolle in den Apotheken vor Ort. Doch das wird sich in den kommenden Jahren ändern. 80 Prozent der Apotheker:innen und PKA stimmen zu, dass sich das OTC-Geschäft mit Großpackungen in den Versandhandel verschieben wird.
Preis-Leistungsverhältnis zählt
Welches Produkt abgegeben wird, entscheiden die Teams. Zum einen wünschen knapp 40 Prozent der Kund:innen eine Beratung und zum anderen können 36 Prozent der Kund:innen, die einen konkreten Produktwunsch haben, umberaten werden.
Was ist entscheidend für die Empfehlungsbereitschaft der Apothekekenteams?
- Preis-Leistungsverhältnis für die Kund:innen 52 Prozent
- Marge/ Einkaufs-konditionen 38 Prozent
- Produktproben für Kund:innen 37 Prozent
- Schulungs- & Fortbildungsangebote 36 Prozent
- Rabatt-Aktionen 36 Prozent
- Produktproben für das Apothekenteam 26 Prozent
Dazu passen die Wünsche der Teams an die Unternehmen zur Umsatzsteigerung: Rabattcoupons, Samplings, Give-Aways und Werbung.