Der Reimporteur Haemato steht vor einem Verkauf. Die gleichnamige Holding teilte mit, dass sie ein Übernahmeangebot für die Tochterfirma erhalten habe.
Die Holding verlautbarte, dass man ein sogenanntes Conditional Binding Offer (CBO) zum Erwerb des Handelssegments, also der Tochtergesellschaft Haemato Pharm, erhalten habe. Wer der Interessent ist, wurde nicht bekannt gemacht. Vorstand und Aufsichtsrat prüften das Angebot derzeit sorgfältig. Ein möglicher Verkauf würde den Weg für eine klare strategische Fokussierung auf das wachstumsstarke Beauty-Geschäft ebnen.
Schönheit statt Import
Haemato gehört zu 68 Prozent zur ebenfalls börsennotierten M1 Kliniken. Unter der Marke „M1 Med Beauty“ betreibt das Unternehmen 56 Schönheitskliniken, von denen sich 37 in Deutschland befinden. An M1 ist zu mehr als 50 Prozent die selbst wiederum börsennotierte Holdinggesellschaft MPH Health Care beteiligt. Hinter der verschachtelten Konstruktion steht die Familie von Dr. Peter Brenske, Schwiegersohn von Ferfried Prinz von Hohenzollern.
Haemato ist nicht nur auf die Indikationsbereiche Onkologie, HIV, Rheuma, Neurologie, Herz-/Kreislauf-Erkrankungen und Betäubungsmittel spezialisiert, sondern auch auf Produkte der ästhetischen Medizin. Zu rund 7000 Apotheken hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen direkten Zugang. Über eine Kooperation mit dem südkoreanischen Herstellers Huons sollten Eigenmarken entwickelt werden, den Anfang machen sollte ein hauseigenes Botulinumtoxin. Vor zwei Jahren wurde das Projekt eingestellt.
An Zytoproduktion beteiligt
Passend dazu ist MPH auch am Herstellbetrieb Pharmigon samt Großhändler Zytotrade beteiligt; das Gemeinschaftsprojekt mit der Münchener Grillparzer Apotheke der Familie Beyerlein stellt an Werkbänken in Donauwörth Zytostatika-Lösungen für Krebstherapien her. Die Muttergesellschaft MPH hatte außerdem unter dem Namen „Direct Apotheke Venlo“ eine Versandapotheke in den Niederlanden gegründet.