Wer unter der Anwendung von Amitriptylin Hautausschlag und Fieber bemerkt, sollte umgehend eine Arztpraxis aufsuchen. Die Symptome können lebensbedrohlich sein.
Amitriptylin-haltige Arzneimittel können schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen. Im Rahmen der Therapie mit trizyklischen Antidepressiva wurden vermehrt erhebliche und unerwünschte Hautreaktionen beobachtet. Der Grund: Symptome wie Juckreiz und Hautausschlag, Unwohlsein und erhöhte Körpertemperatur können Anzeichen für das sogenannte Dress-Syndrom sein.
Schwierige Diagnose, da später Beginn
Heißt konkret: In einigen Fällen können Eosinophilie und systemische Symptome (Drug Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms, kurz Dress) auftreten, die lebensbedrohlich sind oder bei bis zu 10 Prozent der Betroffenen tödlich enden. Dieses Hypersensitivitätssyndrom ist selten, aber zählt zu den schweren Arzneimittelreaktionen. Das Problem: Das Syndrom kann schwer diagnostiziert werden, da die Symptome erst einige Wochen nach Therapiebeginn auftreten.
Der Pharmakovigilanz-Ausschuss (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hält einen Kausalzusammenhang zwischen Amitriptylin und dem DRESS-Syndrom für möglich. Deswegen sollen Fach- und Gebrauchsinformationen der entsprechenden Arzneimittel um die unerwünschte Arzneimittelreaktion ergänzt werden. Dies beschloss das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) im Februar.
Sensibilisierung für Fieber und Hautreaktionen
Patient:innen sollen verstärkt darauf aufmerksam gemacht werden, bei Auftreten von Fieber, großflächigen Hautveränderungen und/oder vergrößerten Lymphknoten, innerhalb von zwei bis sechs Wochen nach Therapiebeginn, die Arzneimitteleinnahme zu beenden und umgehend eine Arztpraxis aufzusuchen.
Amitriptylin wird zur Therapie depressiver Erkrankungen wie Episoden einer Major Depression eingesetzt. Weitere Indikationsgebiete sind die Therapie neuropathischer Schmerzen und die Prophylaxe chronischer Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Der nichtselektive Monoamin-Wiederaufnahmehemmer besitzt anticholinerge, analgetische und sedierende Eigenschaften. Amitriptylin blockiert die Rückresorption und somit die Inaktivierung der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin. Die antidepressive Wirkung setzt jedoch erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein.
APOTHEKE ADHOC