Schladming-Recap: Viel Lob für Organisation und Vortragende


Astrid Janovsky

Schladming hat sich zum Kongress von seiner besten Seite gezeigt – konnte den Referent:innen aber keine Konkurrenz machen.Viktoria Gamsjäger

Das Thema von zwei Seiten zu beleuchten, war die Intention des Kongresspräsidiums. Viel positive Resonanz von Referenten- und Publikumsseite gibt der Idee recht und bestärkt Organisation und Leitung.

Der APOkongress hat seine Tore in Schladming für 2025 geschlossen. Ein Kongress mitten im Schigebiet stellt besondere Herausforderungen an die Kreativität der Programmplaner wie auch die Disziplin der Teilnehmenden. Ersteren ist es aber sichtlich gelungen, durch eine gute Melange aus Fachinput und Praxisbezug mehr für den Kongress als die Piste zu begeistern. Das bedeutet für den Leiter der ÖAK-Fortbildungsabteilung Stefan Deibl Lohn für lange Arbeitstage: „Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr auf einen komplett ausgebuchten APOkongress in Schladming zurückblicken können. Trotz überwiegend strahlendem Wetter war der Vortragssaal immer bestens besucht, was nicht zuletzt für die Qualität und Tararelevanz der fachlichen Vorträge spricht.“

Ein Thema – zwei Sichtweisen

Der starke Praxisbezug war auch in den Pausengesprächen als hervorstechendes Merkmal der Fortbildung zu vernehmen. Offensichtlich hat es das Kongresspräsidium Alexandra Mandl und Raimund Lunzer geschafft, die Brücke zwischen hochspezifischem Fachwissen und der Umsetzung an der Tara zu schlagen. “Es gab so wahnsinnig viele positive Rückmeldungen zu den Vorträgen”, freut sich Mandl, “und ich hab eine richtige Aufbruchstimmung unter den Kolleg: innen gespürt. Ein ganz großes Danke an Dr. Lunzer und alle Vortragenden,  die die Idee,  dass Arzt und Apotheker zu dem gleichen Thema referieren, so perfekt umgesetzt haben.” 

Viel Lob für das Programm von Mandl und Lunzer.Viktoria Gamsjäger

Viele Teilnehmer:innen betonten die wechselseitige Wertschätzung aller vertretenen Disziplinen. Das war Mandl von Beginn weg ein Anliegen. “Denn nur, wenn wir Gesundheitsberufe zusammenarbeiten, kann man das beste Ergebnis für die Patienten erzielen.”  Lunzer bildete dafür Mandls perfekten Präsidiums-Partner. “Besonders bei chronischen, entzündlichen Erkrankungen ist die enge Zusammenarbeit zwischen Apotheke, Ärzten und Patienten essenziell”, sagt der Mediziner. Rheumapatient:innen besuchten in der Regel einmal im Monat „ihre“ Apotheke “Ein wichtiger Anlaufpunkt für Beratung und Unterstützung. Ob es um die Einhaltung der Kühlkette bis nach Hause oder das Pausieren der Basistherapie bei Infekten geht – solche Details machen im Alltag einen großen Unterschied.”

Politische Statements der Präsidentin

Auch von Seiten der Apothekerkammer blickt man zufrieden auf die letzten Tage zurück: “Der diesjährige APOkongress in Schladming setzte die Reihe der überaus erfolgreichen Apotheker:innen-Fortbildungsveranstaltungen fort. Die ausverkaufte Veranstaltung war einmal mehr Hotspot der apothekerlichen-Top-Weiterbildung. Daneben nutzen die rund 670 Besucherinnen und Apothekerinnen und Apotheker die Möglichkeit zum fachlichen Austausch sowie zum Networking.” Dabei standen für die Apothekerkammer dieses Jahr auch einige brisante Politthemen auf der Agenda, die von Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr in gewohnter Vehemenz auf die Bühne gebracht wurden. Sie forderte bei der neuen Regierung medienwirksam „mehr Mut zur Veränderung“ im Gesundheitssystem ein. “In ihrer Eröffnungsrede bezog sie sich unter anderem auf das kürzlich präsentierte Regierungsprogramm, in dem sich zwar einige interessante Ansätze zur Verbesserung der Versorgung wiederfinden, eine konkrete Herangehensweise von Seiten der schwarz-rot-pinken Koalition aber fehlen”, so die Pressestellle.

Die Vorträge hinterließen bei den Teilnehmenden nachhaltige Eindrücke – wie etwa der Hinweis von Referentin Christina Labut (Bild), Apothekerin im AKH, dass Diclofenac-Gele eine massive Umweltbelastung darstellen und daher immer die Empfehlung kommen solle, Rückstände mit einem Tuch abzuwischen anstatt sie abzuwaschen. “Das ist wirklich ein Thema, das uns alle betrifft”, so eine Teilnehmerin.

Labut selbst hat bereits Kongress-Routine: “Mir ist es immer wichtig, die Zuhörer mit einzubinden und in die Praxis mitzunehmen, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass man sich die Inhalte dann viel besser merkt”, erklärt sie ihre Herangehensweise. “Es ist einfach etwas anderes, ob man Probleme nur aus der Theorie kennt, oder quasi live, in Fallbeispielen, miterlebt.” Lobende Wort kommen auch von ihr zur Organisation: “Alexandra Mandl und Raimund Lunzer haben das großartig gemacht. Sie waren ein eingespieltes Team, das den Kongress mit viel Humor gemanaged hat. Besonders gefallen hat mir heuer die ausgewogene Aufteilung zwischen Pharmazeuten und Ärzten und das gute Verhältnis der beiden Berufsgruppen zueinander!”

Wieder Zukunftsthemen in Pörtschach

Ebenfalls mit viel Humor auf der Bühne glänzte Koordinator Stefan Deibl. Und es gab auch emotionale Momente – etwa, als Lunzer seine Kollegin Mandl auf offener Bühne mit Blumen überraschte. Das Kongresspräsidium schaffte es mit seinem Engagement sogar bis in die Kleine Zeitung. Die kürte das “ungewohnte Duett” am Montag zu den Steirern des Tages. “Das war mein kleines privates Highlight”, freut sich Mandl.

Nach dem Kongress ist vor dem Kongress und so haben bereits die Vorbereitungen für die nächste Veranstaltung begonnen, wie die Apothekerkammer bestätigt: “Die Vorbereitungen der Apothekerkammer zum APOkongress Pörtschach, der vom 13. bis 15. Juni 2025, zum Thema Anti-Aging and Longevity stattfindet, laufen bereits auf Hochtouren.” Man bleibt damit der eingeschlagenen Linie treu, für den Sommertermin Themen zu wählen, die nicht dem “klassischen” Indikationskatalog entstammt, sondern sich auf den Zukunftsaspekt fokussieren. Diesmal vermutlich mit einem intensiven Blick auf das wirtschaftlich immer wichtiger werdende OTC-Segment. Die Anmeldung für den APOkongress Pörtschach startet am 25. März.



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