Schladming Backstage: Was die Teilnehmenden erwartet


Astrid Janovsky

Am Sonntag startet der APOkongress in Schladming. Das Tagungspräsidium arbeitet aber schon seit Monaten am Programm.Viktoria Gamsjäger

Vier Tage Fortbildung inmitten eines der schönsten Schigebiete Österreichs. APOkongress-Tagungspräsidentin Alexandra Mandl verrät, worauf man sich freuen kann – und welche Herausforderung bei einem Kongress in dieser Größe auftreten.

In Schladming dreht sich für die Apothekerinnen und Apotheker des Landes in den nächsten Tagen alles um das Thema Rheuma. “Bei der Therapie von rheumatischen Erkrankungen hat sich in den letzten Jahren unwahrscheinlich viel getan”, erklärt Mag. Dr. Alexandra Mandl, die dieses Jahr gemeinsam mit Dr. Raimund Lunzer das Tagungspräsidium besetzt, wie die Wahl auf dieses Thema gefallen ist. “Es sind sehr viele neue Wirkstoffe, sowohl monoklonale Antikörper als auch “small molecules”, wie JAK-Inhibitoren, dazugekommen – alles hochwirksame und hochpreisige Arzneimittel. Dadurch ist es gelungen, bei sehr vielen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreis, wie Rheumatoide Arthritis oder Psoriasis, durchschlagende Erfolge zu erzielen. Allerdings erfordert das eine konsequente, lebenslange Immuntherapie. Die Apothekerin beziehungsweise der Apotheker begleitet dabei den Patienten und sollte daher wirklich gut über die Therapien, mögliche Wechselwirkungen und Nebenwirkungen Bescheid wissen, um optimal beraten zu können. Daher war es mir wichtig, hier ein Update und einen Gesamtüberblick über alle Therapiemöglichkeiten zu geben.”

Alle Sichtweisen miteinbezogen

Schladming läuft von Sonntag bis Mittwoch, also über vier Tage. Hier habe man wirklich die Möglichkeit, die Themen von vielen Seiten zu beleuchten und auch Interdisziplinarität einzubringen, so Mandl. “Die einzelnen Erkrankungen werden dabei immer von medizinischer Seite (Diagnostik, Therapieauswahl) und pharmazeutischer Seite (Anwendung, Medikationsmanagement und pharmazeutische Beratung) aufbereitet.” Es wird besonderer Wert auf interdisziplinären Austausch gelegt. “Auch Pflegepersonal, das immer mehr ärztliche Aufgaben übertragen bekommt, haben wir eingeladen”, ergänzt die steirische Kammer-Vizepräsidentin, und es werde darüber hinaus einen Workshop mit Ergotherapeutinnen geben.

Besonders wichtig ist Mandl die Sicht der betroffenen Patient:innen. “Daher haben wir eine Betroffene eingeladen , die eine Selbsthilfegruppe leitet. So können wir erfahren, wie die apothekerliche Betreuung wahrgenommen wird und was sich Patient:innen von Apotheken an Veränderungen oder Verbesserungen wünschen.” (Bild: Lunzer und Mandl – das Tagungspräsidium in Schladming)

Was macht Schladming als Veranstaltungsort so besonders? “Hier ist natürlich das Rundherum ganz toll”, freut sich die Kongresspräsidentin, “die Ausstellung mit vielen Neuigkeiten und Vernetzungsmöglichkeiten und das Rahmenprogramm, bei dem man viele Kolleg:innen aus ganz Österreich trifft. Und da es ja doch über einige Tage geht, kommen viele Steirer:innen und Salzburger:innen auch nur tageweise vorbei.” Das Programm ist so gestaltet, dass auch Freizeit bleibt – zumindest für die Teilnehmenden. Mandl ist da ein bisschen neidisch: “Für mich als begeisterte Skifahrerin ist Schladming sowieso ein Highlight. Obwohl ich fürchte, heuer werden sich nicht viele Abfahrten für mich ausgehen.”

Handverlesene Vortragende

Das umfangreiche Programm bietet zahlreiche Höhepunkte. Mandl ist besonders gespannt auf den Vortrag über Kinderrheumatologie. “Aber eigentlich sind alle Vorträge Highlights, weil unsere Vortragenden wirklich handverlesen sind.” Dabei ist es gar nicht so einfach, vier Tage mit hochklassigen Referent:innen zu besetzen.  “Nachdem die Vorschläge für den Kongress von OA Dr. Raimund Lunzer und mir im Fachausschuß Fortbildung genehmigt worden waren, haben wir genau überlegt, welche Expert:innen in den jeweiligen Fachgebieten wir einladen wollen.” erklärt Mandl das Prozedere. Denn es reiche nicht, sich in seinem Spezialgebiet gut auszukennen. Man müsse das Wissen auch in einem Vortrag, für den nur knapp 30 Minuten zur Verfügung stehen, gut weitervermitteln können. “Der Bezug zur öffentlichen Apotheke war ein weiteres wichtiges Kriterium”, erzählt Mandl, “denn das muss für die Arbeit an der Tara vorhanden sein. Bei vielen Themengebieten hatte ich schon bestimmte Vortragende im Kopf, die diese Bereiche seit Jahren exzellent bearbeiten, wie etwa Astrid Klenkhart bei Psoriasis oder Christina Labut bei Schmerztherapie, da klappt dann das Ansprechen schnell und gut. Andere Vortragende habe ich wirklich über mehrere Monate verfolgt, bis es mit einer Zusage geklappt hat.” Die Tagungspräsidentin bedauert, dass sie von einer sehr renommierten deutschen Kollegin letztendlich doch eine Absage aus terminlichen Gründen bekommen hat.

Sind alle Zusagen da, ist in der Folge noch die Abstimmung zwischen medizinischen und pharmazeutischen Vortragenden notwendig. “Und zum Schluss mussten wir jetzt in der vergangenen Woche noch die Handouts einfordern, da manche offenbar bis zur letzten Sekunde an ihrem Vortrag feilen”, waren Mandl und Lunzer bis zum letzten Moment gefordert. “Dankenswerterweise haben wir da aber ganz tolle Unterstützung durch die Fortbildungsabteilung unter Stefan Deibl. Die Teilnehmenden werden von all den Vorbereitungsarbeiten nichts merken und können sich auf eine Fortbildung mit spannenden Vorträgen, viel Wissensgewinn, kollegialem Austausch und vielleicht auch dem einen oder anderen Schwung auf der Piste freuen.



Newsletter

Bleiben Sie stets informiert!