21 Apothekeneinbrüche: “Die haben in die Kamera gegrinst”


Astrid Janovsky

Polizeiliche Maßnahmen zur Apothekensicherung? Noch nicht bemerkbar.AdobeStock_235187072/SusaZoom

Die Unsicherheit bei den Apotheken in Wien wächst. 21 Mal wurde in den letzten Tagen in Apotheken eingebrochen, teilweise sogar mehrmals. Inhaber:innen wünschen sich mehr Schutz, vor allem im Nachtdienst.

Seit 16. März sind laut Angaben der Landespolizeidirektion Wien 21 Einbrüche in Apotheken verübt worden. Tatverdächtig ist eine Jugendbande mit geschätzt bis zu 70 Mitgliedern, von denen etwa 20 bis 30 gemeinsam auf Einbruchs-Streifzug gehen. Diese sind der Polizei teils namentlich bekannt, aber unmündig oder jugendlich. “Die haben sogar ganz frech in die Überwachungskamera gegrinst,” erzählt eine Apothekerin. In zumindest einer Apotheke wurden bereits zwei Einbrüche verübt.

Die Vorfälle ereigneten sich bisher in den Bezirken Meidling, Hietzing, Ottakring und Liesing. Laut Angabe der Polizei flüchteten die Täter jeweils mit Bargeld aus der Kasse. TARA24 liegen Informationen vor, dass zwar stets erheblicher Sachschaden entstand, die Täter manchmal aber ohne Beute abziehen mussten.

Nur Bargeld gesucht

Offensichtlich liegt der Fokus der jugendlichen Diebesbande einzig auf Bargeld. Medikamente oder andere Wertgegenstände wurden laut Angaben nicht entwendet. Laut Polizeiangaben führt das LKA Ermittlungen zu einer Kinder- und Jugendbande durch, die allein vom Herbst 2023 bis Anfang Dezember 2024 rund 1.200 Taten – vor allem Einbrüche in Pkw und Geschäfte – verübt haben sollen. Auch die Apothekeneinbrüche dürften auf das Konto dieser Gruppe gehen.

Die Wiener Landespolizeidirektion gibt an, in engem Kontakt mit der Apothekerkammer zu stehen, “um die Betroffenen entsprechend zu sensibilisieren”. Die TARA24-Anfrage, ob nun vermehrt Polizeistreifen in den entsprechenden Bezirken patrouillieren würden oder man zumindest den Nachtdienst habenden Apotheken besonderen Schutz zukommen lässt, wollte die LPD Wien nicht beantworten. “Am liebsten würde ich meinen Nachdienst einfach nicht leisten”, sagt eine Apothekerin im betroffenen Gebiet, “aber das darf ich ja nicht.”



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