Mediziner:innen warnen vor “harmlosen” Hausmitteln – ÖAK-Broschüre informiert


Astrid Janovsky

Eine Broschüre der Apothekerkammer gibt Tipps zur richtigen Anwendung von Wickeln und anderen Hausmitteln.Screenshot “Hausmittel für Kinder” ÖAK und ÖGK

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) warnt vor gefährlichen Hausmitteln bei Fieber und Erkältungen für die Kleinsten. Das Einreiben der Haut, etwa der Fußsohlen, mit Knoblauch gegen Viren und Bakterien oder Essigwickel gegen Fieber können auch Nachteile haben und schwere gesundheitsschädliche Folgen auslösen. Insbesondere bei Babyhaut könne dies sogar zu Verätzungen mit Blasen führen.

“Auch Hausmittel und vermeintlich natürliche Mittel können – unsachgemäß angewandt – zu schweren Schäden führen”, so Bernhard Jochum, Bundesfachgruppenobmann der Kinder- und Jugendärzte in der Ärztekammer und Vorstandsmitglied der ÖGKJ. Eltern mit kleinen Kindern sollten sich im Vorfeld beim Kinder- oder Jugendarzt erkundigen, welche Maßnahmen unbedenklich sind.

Menthol, Senfsamen, Pfeffer, Walnussschalen, Rosmarin, Echter Lorbeer, Hahnenfuß, Kuhschellen können in Umschlägen – egal ob als Öl, zerrieben oder gehackt – bei längerem Kontakt mit der Haut ebenso Verätzungen verursachen. Da die Haut von kleinen Kindern sehr empfindlich ist, könne die Anwendung dieser Pflanzenbestandteile früher als bei Erwachsenen zu Schäden führen. Die schwefelhaltigen Verbindungen von Knoblauch beim direkten Aufbringen auf die Haut können ebenso Verätzungen auslösen. Die Säure des Essigs kann bereits bei niedrigen Konzentrationen Reizungen verursachen, so die ÖGKJ.

Besondere Vorsicht sei bei Babys geboten. “Kühlende Wadenwickel bei Fieber sind erst für Kinder ab sechs Monaten geeignet und sollten bei kleinen Kindern nur kurz angewendet werden. Das Kind darf auf keinen Fall durch das kalte Wasser ‘schockiert’ werden oder frieren. Topfenwickel können bei Fieber, Husten und Lungenentzündung unterstützend eingesetzt werden”, so Bernhard Jochum, Kinderarzt aus Bludenz.

Die Österreichische Apothekerkammer hat gemeinsam mit der ÖGK einen Info-Ratgeber veröffentlicht, der Eltern den sicheren Umgang mit Hausmitteln zeigt. Darüber hinaus finden sich in der Broschüre allgemeine Informationen zu Krankheitssymptomen, deren Ursache und wann eine Intervention erforderlich ist. Weiterführendes Wissen rund um das Thema “Hausmittel” biete die ÖGK auf ihrer Homepage.

APAMED



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